Dienstag, 27. August 2013

Hammerfest

Der Pfropfen muss gelöst werden, muss aus der Flasche. 
Aber wie? 
Schallmeien locken immer wieder, was zu tun. 
Wo aber ist der Korkenzieher? 
Nudeln nur nützt ja nichts. 
Wunder möchte man erleben. 
Dass aus Nichts Was werde. 

Man muss warten, bis er hammerfest ist, 
nicht nur der hängende Rest ist, 
bis das Leben sich in ihm regt, 
der Atem ganz ruhig ihn dabei pflegt, 
bis er sich ausstreckt in die Welt, 
es ihm entspannt darin gefällt, 
bis er sich jedem zeigen will 
durch Schöpfung, selbst aber still. 

Er bläht sich auf bis an die Ränder, 
berührt so aller Herren Länder. 
Er leuchtet, größer, alles aus, 
sieht soviel Platz in seinem Haus, 
verschlingt Verqueres ohne Rückstand, 
zeugt Harmonie mit leichter Glückshand, 
strömt ungehindert in die Seelen, 
kann ihre Mitte nicht verfehlen, 
legt einen Zauber über alles, 
o ja, es ist der Fall des Falles. 

Im Augenblick sanfter Berührung 
gehorcht die Seele höh´rer Führung, 
ergibt sich willenlos dem Einen, 
ihr letzter Wille ist: vereinen. 
Dann brausen wilde Ströme auf, 
sie feiert nur den wilden Lauf, 
erquickt sich nur im Rasen, Stürzen, 
will nichts davon um nichts verkürzen. 
Mit brennender stoischer Ruhe
verlässt sie alles Blindgetue
und schaut nur auf das Wesentliche.
Erfährt sich so als Flehentliche:
dass dieses so nie enden möge,
sie so damit unendlich flöge.
Und tut es auch, setzt es so fort.
Nur: heute hier und morgen dort.



Montag, 26. August 2013

Die phrygischen Reiter

Pelzmäntel kaufen macht keinen Sinn 
Honduras 
selbst in der Wüste 
krampfhaft verliert der Sinn seine Haltung und steuert ins Uferlose 
fesche Madelrn entblößen ihre Brüste am Herrgottsacker 
hocken hernach mit eingewickelten Haaren auf der Brüstung 
Tohuwabohu stinkt bestialisch nach Kuhdung 
flippert noch ein wenig herum 
sicher ist nichts, nicht der Alltag 
Feten helfen da nicht 

Groß und erhaben schickt göttliche Kraft Energie aus 
beschenkt jeden Zwerg oder Meier 
schwuchtelt nicht vergessen ohne Wirkung 
sondern greift satt geräuschvoll in die Tasten 
schlägt laut vernehmbar die fette Trommel 
und hustet niemals verlegen 
Säubert Rostflecken vom blanken Eisen 
poliert unverdrossen, bis es blinkt 
schluckt Rückschläge, Einkerbungen, Angriffe 
ohne mit der Wimper zu zucken 
postiert sich in der Mitte der Zeit 
faltet sich aus wie eine Blume 
erfreut sich an seiner erhabenen Schönheit 
und prustet vor Lachen bei Kritik 
Korreliert verzückt mit Kompositionen, 
die im selben Raum breit aufgestellt sind




Freitag, 23. August 2013

Schonzeit

Quicklebendig strolcht ein Pfau herum 
auf Ausnahmen kann er pfeifen 
schicksalsergeben trommelt er auf seine kleine Pauke 
Hornissen, die immer mal wieder in die Quere summen, geben Anlass zur Vorsicht, 
doch er weiß mit der Natur umzugehen 
Ketzer kapitulieren



Mittwoch, 21. August 2013

Ich schwöre

Manchmal weiß ich nicht, was Liebe ist, 
Dann denk ich, Leben ist doch einfach Mist. 
Jedenfalls meines: komplett verhauen. 
Und Schuld waren vor allem die Frauen. 
Da hat mich die Liebe voll reingeritten, 
bin dadurch vom rechten Weg abgeglitten. 

Aber dann denk ich: 
die Liebe kann es doch nicht sein, 
ist sie nicht unser stärkstes Bein? 
Ist sie nicht das, was uns erhebt, 
was man als Edelstes erlebt? 

Nun gut, so kann man schon brav reden, 
vergisst man einfach nur die Fehden, 
die mit der Liebe immer kommen. 
Am End ist alles dann zerronnen.
Drum: Liebe ist mir recht suspekt, 
weil sie so schöne Hoffnung weckt. 

Doch wart ich mal und denke nach, 
find ich es blöd, wie ich grad sprach. 
Dann find ich Zweifel an der Liebe dumm, 
ist sie denn schuld, dass ich verstumm? 

Die Liebe öffnet doch allein die Herzen, 
sodass man reimt darauf nicht Schmerzen, 
sondern in freie Zonen fliegt, 
dort Happen von ganz Neuem kriegt, 
nein, eintaucht in die freie Welt, 
die reiner Geist strahlend erhellt. 

Dorthin gezogen reisst das Band, 
das Liebe nur um Paare wand. 
Ich fühl es, hier ist Liebe das, 
was alles Tun bestimmt, und Hass 
ist hier eine Erinnerung an frühre Zeiten, 
nichts lässt sich hier davon noch leiten. 
Oh, wie sie tragen, diese Flügel, 
über die Wälder, Seen und Hügel!




Dienstag, 20. August 2013

Liebe in den Zeiten von Wahlen

Ich möchte etwas sagen, was so richtig reinplatzt, 
den lauen Wahlkampf mal so richtig einmatscht, 
wo endlich was passiert, was uns so richtig anmacht, 
wo man das Gefühl hat, dass einen das Schicksal anlacht. 
Wo`so richtig Spaß macht, wieder was von Politik zu hören, 
und es nicht schlimm ist, sich gehörig zu empören, 
wo man das Gefühl hat, da zieht man wieder an einem Strang, 
da geht was vorwärts, da spüren wir Drang. 

Aber momentan ist der Wahlkampf wie ne alte Zitrone: 
ausgepresst, Vision nicht die Bohne. 
Verkniffene Lippen nur allenthalben, 
nichts zu sehen von munteren Schwalben. 
Oder sind´s die gelangweilten Medien, 
die so tun, als fehlten eh die Ideen? 
Ich möchte mal wieder mitgerissen werden 
von feurigen Rednern, die die Alten beerben. 
Die in geschliffenen Sätzen etwas auf den Punkt bringen 
und dennoch nicht routiniert nur und rund klingen. 

Man muss eben einfach selbst etwas wagen 
und nicht nur Mangel an Konsum beklagen.


Montag, 19. August 2013

Tröstung

Gelb, unkonzentriert, mit weiten Vorhängen 
Vögel, die nichts wissen und nichts wollen 
Abtritte, wo das Scheißen egal ist 
Flohmärkte mit überbordendem Tingeltangel 
Busfahrten mit nervtötendem Schaukruckeln 
Trockenfutter in schier endlosen Regalen 
Anstehen an Frittenbuden 
Treibsätze, hoffnungslos durchfeuchtet 

META ATEM
um sich wieder zu spüren,
Auseinanderlaufendes zusammenzuführen,
Geschmack wieder auf die Zunge zu kriegen,
das Wahre und Gute in einem nicht zu verbiegen,
Worte zu wählen und klar auszusprechen,
in die falsche Richtung Laufendes früh abzubrechen,
glücklich die Kraft in sich zu fühlen,
und dunkle Flecken wegzuspülen,
das Weite zu suchen und auch zu finden,
aus falschen Abhängigkeiten sich zu winden,
das Herz zur Umarmung freizugeben,
und es so ein Stück zum Himmel zu heben.




Donnerstag, 15. August 2013

Dermatologische Untersuchung

Chronologisch müsste man folgendermaßen vorgehen 
klaustrophobische Anzeichen 
ich will ficken, sonst nichts 
burschikose Umarmung  
Schönfärberei  
dramaturgische Unberechenbarkeit 
hallo du da  
Marmorstein und Eisen bricht 
Petzi, Pelle und Pingo 
Materialfluß 
Soldatenfriedhof im Umbruch 
Schweinssülze 
     Es geht nur um die Liebe 
Feuerwehrhauptmann 
Paternoster 
     Die Liebe muss man erringen 
Schluckauf 
Kontoauszüge 
pockennarbige Gesichter 
Korallenriff 
komm, jetzt gehen wir ins Bett 
schau da, der Grünspecht 
Pfahlwurzeln, die so tief gehen 
Kakerlaken igitt 
Taubenschiss 
Moment mal 
schieß doch einfach 
fußkrank gehört nicht dazu 
faselt etwas 
Pistaziengrün 
Senfgurken im Glas 
geh mir weg 
in erhabener Schönheit 
jetzt ham wers 
Fennenlohe 
setz mal den Hut auf 
fuck 
schrei doch nicht so 
Armbruster 
Koryphäen 
dreimal darfst du raten 
Speck aus Südtirol 
filigrane Wertarbeit 
Schickimicki 
Seraphim 
jetzt bin ich da, wo ich schon mal war 
Theatervorhang fällt 


Und die Liebe breitet sich aus 
greift um sich 
erfasst deine Zunge 
schmiegt sich in deine Weichteile 
erfasst deine Ohren 
zementiert nichts oder alles 
löscht die Begierden 
Fabrikneugeruch und Veilchenduft verschmelzen 
Trommelfelle sind weit nach ihr ausgerichtet 
schmatzende Küsse segeln zu jeder Seele 
kosmodromitische Salti mortali verschlingen sich mit Zuckerhüten 
Oh, wo ist der Schlingelapostel, der sein Lachen nicht mehr zurückhalten kann 
Eiertanz der ganz besonderen Art 
Sockenhalter hängen triumphalistisch aus den Gucklöchern 
Wo ist einer, der noch nicht die Liebe erfahren hat, er möge die Zunge herausstrecken, dass wir sie küssen 
Onaninaturen, ihr seid herzlich willkommen 
Bäderarchitektur funkelt augenzwinkernd von den Bergen herab 
Trockendocks trocknen 
Mein Garten ist mir so heilig 
Und du? Ich muss dich küssen und ich tu´s






Mittwoch, 14. August 2013

Simplifizierung

Die Welt ist groß und sehr kompliziert. 
Wir sehn, dass sie ständig Neues gebiert. 
Darin sich zurechtzufinden ist äußerst schwierig. 
Dennoch versuch ich´s, bin drauf begierig. 

Lese Zeitung, auch Bücher, und sehe fern, 
auch Filme schau ich im Kino gern. 
Bisweilen glaub ich was zu verstehen, 
meine, Zusammenhänge deutlich zu sehen. 

Nur: schau ich auf mein eigenes Tun, 
gewahr ich mehr ein blindes Huhn. 
Warum kommt jetzt dieser Gedanke? 
Warum besteht dorthin die Schranke? 

Warum kann ich jetzt A so lieben 
und B ist mir ganz fremd geblieben? 
Warum fällt mir ein Reim jetzt ein 
oder auch nicht, kann auch sein? 

Ich weiß es nicht und kann´s nicht wissen. 
Dieses Nichtwissen will ich nicht missen. 
Es bleibt ein Geheimnis, das ich liebe. 
Schön wäre es, wenn es so bliebe.



Dienstag, 13. August 2013

Balustrade

Bin ich ein Nichts oder bin ich ein Gott?
Oder ist dieses Ich des Geistes Spott? 
Was ist mit Reinkarnation? 
Leben wir noch mal oder war's das schon? 

So viele Fragen werden heut breit gestellt, 
wie soll man wissen, wie`s sich verhält? 

Wir können nicht jenseits des Todes schauen, 
auch wenn wir auf ewiges Leben bauen. 
Und glauben wir, mit dem Tod sei´s zu Ende, 
- wir sind nicht gefeit vor überraschender Wende. 

Für mich folgt daraus der einfache Satz: 
entdeck immer mehr den zugänglichen Schatz, 
dann findet das andere auch seinen Platz.


Freitag, 9. August 2013

Von der Kühnheit der Gedanken

Die Gedanken sind frei, heißt es im Lied. 
Und? Schießen ins Kraut, wenn nichts geschieht. 
Man muss sie an die Kandarre nehmen. 
Doch welche Zügel bei welchen Themen? 

Gibt´s Grenzen, an denen die Freiheit aufhört, 
an denen Freiheit das Denken auch stört? 
Denken geschieht immer im Kontext, 
der Gesellschaft, einer Sprache, eines Konzepts. 
Davon ist Denken niemals frei, 
sonst wär´s Synapsenschalterei. 
Menschliches Denken jedoch ist mehr 
als Fahrt im Algorithmenmeer. 
Vor allen Dingen hat´s ein Ziel: 
Glückseligkeit im freien Spiel. 
Der Mensch strebt endlich nur zur Freude. 
Freiheit ist da die Statik im Gebäude. 
So wie die Erde schwebt im Raum 
fügt sich das Denken in den Zaum 
letztendlich einer göttlich aufgespannten Ordnung. 
Freiheit ist da die gehorsame Ortung 
des alles erreichenden höchsten Willens, 
Gedanken die Milch eines göttlichen Stillens.




Mittwoch, 7. August 2013

Kraft der Worte

Jede Silbe, lang oder kurz, 
braucht Geschmack, sonst ist sie Furz. 

In welche Regionen der Geist sich auch aufschwingt, 
bedeutet es nichts, wenn er nicht eindringt 
in die Felder der Energie, 
auf denen Laute die Symphonie 
des Lebendigen verkünden. 
Und der Sprecher, sie fassend, ins Sein sich vermählt, 
sein Energie-Selbst sich so herausschält 
und strahlend allmählich Sein feiert, 
mit Lust auf der Zunge fein steuert 
das Werden der Welt in der Sprache. 

Entstehung, Erschaffung, Entfaltung: 
Gärtnern ist dabei die Haltung. 
Sehen, wie die Formen sich gebären 
zu gleichsam Stengeln, Blättern, Ähren. 
Dabei nur pflegen, behüten, zulassen, 
vielleicht verstehen, wie sie zusammenpassen. 
Störendes eventuell entsorgen, 
vielleicht aber bewahren für morgen. 

Und schön wären verschmutzte Themen, 
die sich so wandelten von bequemen, 
allseits beliebten Haudrauf-Ärgernissen 
zu lustvoll erlebten Sprachleckerbissen. 

Wo das Herz sich dann befreit fühlt, 
weil ein Feind weniger im Streit wühlt. 
Sprachkraft wird dann wertgeschätzt, 
weil der Eros sie benetzt. 


  

Dienstag, 6. August 2013

Rockschößlinge

Zwiebel Gebärmutter Dampfkochtopf Malermeister Schildwache Herrmannsdenkmal... 

Die weite enzyklopädische Welt 
nur schwach meinen Geist erhellt. 
Was mich glücklich macht, 
ist nur die Liebe, 
mit oder ohne Wissensgetriebe. 

Nur, wie komme ich zu ihr, 
sagenhaftes Fabeltier? 
Bin im Suchen kein Experte, 
warte mehr auf die Offerte, 
die mir irgendwer, Gott? macht. 
Wird mein Leben gar bewacht? 

Nein, zuviel Idyll-Gedanken, 
Liebe ist jenseits der Schranken, 
die mein graues Leben zieht, 
fern und fremd, Sehnsuchts-Gebiet. 

Hier gibt es nur dich, den Leser, 
diesseitiger Reichsverweser. 
Du findst meine Verse dumm, 
konventionell und ohne Mumm. 

Müsste wie die Bachmann schreiben, 
Dichtkunst eben weiter treiben. 
Worte, Sätze meisternd kneten, 
sprachelegant zur Gottheit beten. 
Dann würde der Funken zünden, 
Autor-Leser-Bünde gründen. 

Dennoch glaube ich daran, 
dass es Liebe geben kann. 
Ja, du bist mein Weggefährte, 
dessen Liebe mich erhörte.


Freitag, 2. August 2013

Ein Gedicht zu Edward Snowden

Was kümmert mich die NSA?! 
So wenig wie die USA! 
So könnt ich schreiben und mich wegdrehn, 
könnte mit vielen einfach wegsehn. 
Allein mich ärgert schon die Macht, 
wie der US-Staat uns bewacht, 
jeden und alle frech beschnüffelt, 
mit Technikfusel sich besüffelt 
und dann den Snowden, tapfrer Freak, 
behandelt wie den Feind im Krieg. 
Die Terroristen können lachen: 
Amerika kanns selber machen, 
es bringt den Rechtsstaat grade um, 
auch ohn` al Qaidas Derbkrawumm.



Donnerstag, 1. August 2013

Röstkartoffeln u.a.

Oh Du Gottheit, lass mich ein Wort hören, das es wert ist gesagt zu werden!

Filzlaus, dieses Wort? 

Aber die Filzlaus interessiert mich doch nicht, 
was macht eine Filzlaus in einem Gedicht? 
Oder ist sie der Puzzlestein zu etwas Größerem 
oder der Auftakt zu etwas Böserem? 
Jedenfalls verführt sie mich zum Reimen 
und zwar zu deutlich schwachen Keimen. 
Da sprießt kein Baum und keine Blüte. 
Die Filzlaus zeugt nur alte Hüte. 
Drum fort mit dir, du Ungeziefer, 
mit dir wird meine Sprache schiefer 
von Wort zu Wort und Satz zu Satz, 
nichts Hehres hat darin mehr Platz. 
Ich aber will zu Himmelssphären 
hinauf, hinüber, such nach Fähren, 
die mich ins Land der Sel´gen bringen. 
Doch, sicher, kann ich´s nicht erzwingen. 
Drum, schön, ergeb ich mich der Filzlaus, 
und dieser Post geht etwas wild aus.


   

Mittwoch, 31. Juli 2013

Zurück aus den Ferien

Vogelgezwitscher noch immer im Ohr, 
die Gehaltserhöhung bereits in der Stirn 

irrelevant 

schraubt mit Zwingen etwas zusammen 
Schokoladenverzierungen und Geldbewegungen 
subalterne Playmobile 
schadenfroh 
Staatenbezwinger 
alles Mumpitz 

ich lebe 

kein Skandal 
hello my friend 
Grütze und Teebeutel 
ich will verstanden werden 
Pelikane verdrossen (oder -droschen) 
mal sehen, was draus wird 

Sack fragen 
entwickelt sich fabulös 
Normenkontrollverfahren 
Pustekuchen 

Ich bin ein Versager. 
Es lebe der Versager, 
der alles sagt und sich dabei versagt 
Herold der Unvernunft 
Meister der Kunst 
Granitblock der Nonsense-Dochsense-Liga 
positive Resonanz verabschiedend 
auf den großen Durchbruch wartend 
und ihn fürchtend 
offen bis zur Absurdität 
an das Gute glaubend 
glaubend an das Göttliche 
die Sphäre der Erlöstheit 
der vollkommenen Freiheit 
da alles Tun richtig ist 
jede Silbe sitzt 
jeder Ton Offenbarung ist der reinen Schönheit 
jeder Schlusspunkt der Anfang der nächsten Sequenz 
jede Beurteilung heitere Momentaufnahme 
die Zunge gelöst wie eine muntere Kinderschar 
der Verstand aufgehoben in sphärischer Erhabenheit 
von der er nicht wissen will, was sie ist 

Eine selige Plauderei, vorab vielleicht ernster Dialoge 
Gewissensbisse weit in der Vergangenheit liegend 
schreiend vor Freiheitsglück und plastischer Formkraft 
Wo ist der Scheitel der Daseinsbetrachtung? 
Wo ist die Berechtigung zum Schaffensglück? 
Sie kommt aus mir selber, meiner Gottähnlichkeit oder -gleichheit 
Sie lässt die Begrenzungen fallen wie Knospenblätter nach Aufbrechen der Blüte 
Sie lacht über jede Bespitzelung der Größe 
Oh seih´s doch drum 
Mögen sie doch alle kommen, die Naseweise 
und gaffen und herausfinden, was auch immer 
Sie gehen unter in einem universumsweiten Lachen, 
das die Silben der Liebe ausschöpft. 
Wer eingeschlossen werden möchte, der sei´s. 
Wer Partner sein möchte, der sei willkommen. 
Wer ankämpfen will dagegen, der sei mit Lust am Schwertkampf eingeladen. 
Gerade und mannesstark wird jeder Streich geführt 
und zärtlich und umarmend wird jede Seele liebkost. 
Das Gerüst ist aufgestellt und die Nomaden sind dabei, sich darin einzufinden. 
Der Gesang der Choristen folgt ihrem inneren Streben. 
Und der Reichsapfel und das Zepter prangen in allen.


Dienstag, 30. Juli 2013

Schaumschläger

triften nach rechts, 
haben großes Maul, 
sparen mit Skrupeln, 
zeigen Zähne, 
locken mit Blasen, 
zupfen an Hemdsärmeln, 
brechen mit Stangen, 
lieben Fürze, die stinken, 
grienen zu Geistreichem, 
putzen sich nicht die Zähne vor dem Sprechen, 
schleudern Halbgekochtes vor unfreiwillige Gäste, 
scherzen mit Peinlichkeiten, 
stückeln sinnvolle Gedanken, 
wackeln mit dem Arsch, wenn´s ernst wird, 
zerfurchen die Stirn bei Kleinigkeiten, 
erforschen Zwiebeln, wenn man sie besser essen sollte, 
kurz: Schaumschläger sind kaum anders als wir



Freitag, 12. Juli 2013

Ich möchte Raketen steigen lassen, 
die uns zur Glückseligkeit bringen 
uns neue Tapeten zeigen lassen, 
die nach Farbigkeit klingen. 

Ich möchte die Herzen aufbrechen, 
verstockte Gemüter beflügeln. 
- Und wäre den Gutmenschen zuzurechnen, 
würd alles Krumme glattbügeln. 

Würde Grausames strikt ablehnen, 
täte keinem Wesen was zuleide. 
Würde eigne Fehler nicht mehr erwähnen, 
fräße in Massen Kreide. 

Da kommt dann die Frage, ob ich das will, 
ein solch handzahmer Vogel sein. 
Oft ist mein Gesang doch auch schrill, 
anders wären es Mogeleien.

Drum ras ich, zwar folgsam, doch unbekümmert, 
in alle Wildheit hinein, 
da jenseits des Rasens etwas schimmert 
wie klarer und edler Wein: 

Die Wahrheit, ein hell-lichter Morgen, 
ein Faden jenes Gewands, 
das - zwar jetzt noch verborgen -
Unterhemd ist des letzten Lands.

Donnerstag, 11. Juli 2013

Vom Überwinden des Ungeilen

Manchmal ist was schrecklich ungeil, 
was man so macht. 
Man fürchtet dann großes Unheil 
und wird verlacht. 

Z. B. hier: sind diese Sätze denn geil? 
Oder nur maues Geklimper? 
Ich würd sagen, sind´s nur zum Teil, 
ein Schlag höchstens der Wimper. 

Dabei will ich natürlich was Geiles machen, 
will, dass Energie spritzt. 
Bloß herrschen oft diese bleiernen Drachen, 
machen, dass etwas schief sitzt. 

Dann möcht ich mich ganz ergeben 
dem großen Geist, dem Esprit, 
muss freilich dennoch erleben, 
einfach ist auch das nie. 

Man möchte noch immer gefallen, 
die Welt soll sagen: Wow. 
Ach wie groß sind all diese Fallen, 
die Furcht vor dem Großen Kotau. 

Drum send ich jetzt frisch diese Botschaft, 
ich steh zum halbwegs nur Geilen, 
ich weiß, dass nur der es zum Brot schafft, 
der dieses alleine lässt heilen.


Dienstag, 9. Juli 2013

Quadratwurzel ziehen

Geschehnisse bleiben bedeutungslos, wenn wir sie nicht verstehen. 
Aber was heißt, ein Geschehen zu verstehen? 
Uferlose Weiten, Wüsten von Erklärungen tun sich auf. 
Was heißt verstehen
Ein Abgrund tut sich auf philosophischer Erörterungen, oder ein See, sagen wir ein Stausee. Den wir durchschwimmen müssen, wollen wir verstehen verstehen. Wir wollen ihn durchschwimmen, doch sind wir ungeduldig. Andere Stauseen warten noch auf uns wie: was ist denn Bedeutung und was heißt Geschehen? Alle diese Seen müssen durchschwommen werden, so das schöne Bild. Vielleicht sind andre Bilder realistischer wie Wüste oder Salzsee. Ein wenig Hoffnungslosigkeit keimt auf, an´s Ziel zu kommen. Heißt das, ich kann im Grunde nicht verstehen, was verstehen heißt? Zumindest nicht in diesem Text?  Und heißt das, ich muss eingestehen, dass dieser Text im Grunde mangelhaft ist? 
Ich muss es eingestehen. 
Und dennoch will ich doch etwas Vollkommenes, 
zumindest von groben Fehlern Freies. 
Meine Seele will zum Vorschein kommen, 
und meine Seele ist vollkommen. 
Singe, meine Seele, singe! 

Gott zu verstehen, welch ein Wagen! 
Nichts kann man verstehen, das muss man sagen. 
Bitten um Blicke auf Alltagswunder bleibt mir 
und das Ergriffensein von dem Unsagbaren. 
Dank für die Stille zum Schauen treibt mir 
die Tränen hervor. 
Runder die Welt wir nie bauen. 
Danken nur kann meine Seele dem Höchsten 
und sich beschenkt und bekrönt fühlen. 
Kann sich als Teil des Geschauten göttlich befreit 
und mit dieser Welt versöhnt spüren. 

Ach nein, sie neigt im Wortfund zum Süßen, 
verlässt schnell den harten Boden, 
wie sehr würde ich es begrüßen, 
wenn sie im Verein mit harten Hoden 
den Sachverhalt knallhart beschreiben würde, 
jegliche Hymnen unterbleiben würden. 
Aber es ist ihr so sehr nach Hallelujasingen, 
einfach nur Musik zum Klingen bringen. 

Nun also, dann lass ich sie jubeln. 
Man kann sie im Jubeln nicht doubeln. 
Dann sing, meine Nachtigall, sing, 
es ist nun mal dein eigen Ding!



Montag, 8. Juli 2013

Tja, was ist Liebe

Nirgends nudelt eine stichhaltige Erklärung. Schleifen, rosarote, Krempen, Rauschebärte, Zuckerhüte, alles kann es sein und nichts. 
Schaltzentrale sucht. Fensterbretter beäugt. Trockene Blumen nur. Veilchen draußen erspäht, blau nur. 
Liebende in der Umarmung gesehen, Kussakrobatik. 
Kirchen besucht, landauf landab, traurigmurmlige Gesänge gehört. 
Hochzeiten gesehen, mit falschen Wimpern und Goldgeklimper. 
In düsteren Gefängnissen nachgeschaut, düstere Gefängnisse gewesen. 
An der Mutterbrust gehangen, schön war´s. 
In Frauen eingedrungen, lust-ig. 
Lange Texte gelesen, interessant. 
Mit Murmeln gespielt, hätte mehr sein können. 
Wurstfabriken eröffnet, Mordsgaudi. 
Tempolimit durchgesetzt, viel Protest. 
Medienrummel ausgehalten, hinterher einen gezwitschert. 

Du aber machst mich froh. Das Rot deiner Lippen entfacht meine Wärme. Dein Nachdenken bezeugt Respekt. Deine Sätze beruhigen meine Sehnsucht. Dein Lachen erhellt die Gegenwart. Deine Ratlosigkeit stellt mir Fragen. Deine Vergesslichkeit lässt mich raten. Deine Strategien überprüfen die Meinigen. Du gibst mir die Gewissheit, dass ich lebe. Deine Kraft beschwingt die meinige. Du bist der Anfang meiner Liebe.


Freitag, 5. Juli 2013

Brummkreisel

Schabockskraut und Thymian verwilderte Rosen Schlehmiel mit beträchtlichem Bauchumfang fernab der Heide konzentriert auf das Wesentliche Poststrukturalismus umfangen mit keiner oder nur geringfügigen Zuwendung zerfallen auf dem Laufsteg süße Mär von der Einheit Hellström lacht Schweizer Garde nicht mal umgeschaut Britta fand keinen Halt schwer zugänglich, aber bitte Wertstoffsäcke im Untergrund Metermaß, nicht benutzt findet gar keinen Anlass Schokostreußel auf dem Marmeladenbrot fetzt nicht, nicht so Gelegenheitsdiebe platzt heraus Folterinstrumente gerade mal sechzehn quod erat demonstrandum Folterinstrumente, hey Vivat pfeilgerade wohin Menschenskind quietschvergnügt lausig schmalbrüstig schon Felder vereinsbedingt Patt einfach richtig angekotzt kaputt so kaputt Wellness abgeknutscht fit faustisch spottbillig mit Witz ungeheuer Pelle gerade mal Matsch bloß nicht sowas ficken pennt mit dreierlei Maß platt, vollkommen platt Mieze macht Miau fett gehörig völlig aufgelöst Phlox abgescheuert wie seinerseits Melcher gerade passiert wie neulich abgemagert Sintflut aufgeräumt schon besser fälschlicherweise abgedreht Momente des Schreckens Filterkaffee bis obenhin Schwertfisch oder Analyse Deichtor Dammtor egal Filzläuse aufgeräumt Katalysator verrückt eingemottet normalerweise abgeschottet zwischendurch fies aufgewertet zwischendurch abgeschabt schon ganz vergessen wie ekelhaft Sie Schwein nicht normal aber durchschnittlich von wegen sind Sie das gewohnt nebenbei verfolgt fester aber aufgeräumt sicher verwahrt nebst Fallschirm scherzt offenbar wie zwischendurch selbstverständlich gehorcht dem Gericht verwegen sicher nicht unbedingt gehorsam lebendig begraben Faxen dicke schwärzen schon nicht unbedingt förderlich lustbetont schabt ab sicher eingeschworen nackt verschont lichtblau oh wie wesentlich gliedergenau Fehlfarben Nebenprodukt hitzig und selbstverliebt fies fies lieber nicht weder noch Schinkenspeck auch gut lass mal gut sein wiederholt aufgesessen lustlos mit drei notwendigerweise ja zum Gesetz nicht unbedingt geräuschlos so schön was gelobt der denn wieder aufgelegt nöö Nauders sag mal was Wiegenlied niedrig gehört der Zukunft seht her weiter so im Verfahren nickt na gut Nebenjob plotz pausbäckig Schnee von gestern Niedertracht Jesses Maria Quatsch kugelrund von wegen Nee Plastiktüten im Schritt grinsend abgewiesen Niederungen des Lebens viel versucht Dschiddha 




Mittwoch, 3. Juli 2013

Wie geht es uns heute?

Stofftiere packen uns manchmal am Kragen, 
so könnte man übertrieben sagen. 
Natürlich packen wir sie nur zärtlich, 
oder niemand packt niemand, ganz ehrlich. 

Es zeugt nur von schlechter Dramatik, 
übertrieben, gespreizter Emphatik, 
wenn man Stofftiere derart missbraucht. 
Kein Wunder, wenn Bärchi dann faucht. 

Natürlich will man immer wieder aufdrehen, 
immer wieder was erregen wie Aufsehen. 
Aber so, naja, so gehts nicht. 
Der Gegenstand braucht auch Gewicht. 

Und Stofftiere sind nun mal eben 
nicht das Wichtigste in unserem Leben. 
Sie sind dazu da, unsre Gefühle 
ein wenig zu reizen im Spiele. 

Doch oft ist es kaum mehr als nichts,
die Essenz dieses kleinen Gedichts.