Freitag, 12. April 2013

Palabras

Am Anfang war das Wort. Und das Wort ist Fleisch geworden. Und hat unter uns gelebt. 

Soundtrack      Pater      Kiss me Kate      Computeranimation       Wollschal       Hopfen und Malz       Cockerspaniel       Reisetasche Haarpinsel       Gerolsteiner       Formanalyse       Postamt       Gartenschläuche       Kosenamen       Feridun       Sofortprogramm       Karnickel       Holder       Giacometti       Gerne       Koreander       Taifun       Kokett       Kolossal        Postament       Seidene Strümpfe       Perpetuum mobile       Falter       Hermaphrodite       Hosenbund      Hitzig      Heldensagen      Conny      Kot       Hitzige Debatten       Herakles       Konkurrenzgebaren      Posten angeliefert      jeden Moment      Numismatik       
leer, kein Wort mehr 


Abendröte und Morgenröte fließen ineinander 
Engel schweben wie Kulissenwolken über den Himmel 
Füchse heben kurz ein Bein und trollen sich
Leise, sehr leise dringt ein Melodiefaden aus der unsichtbaren Gesteinsformation 
Ein sehr kleines Kind lacht, lacht nicht grundlos 
Die Engelwolken kräuseln sich ein wenig 
Oh Liebesglück 
Fliegen wir kurz mal nach da oben  
Oder weiten wir unsere Arme, um die Welt darin zu fassen 
Du, bist du da 
Dann umarmen wir dich wie mit tausend Festarmen  
Öffne deinen Mund, weil ich darin verschwinden will 
Strahle mit deinen Augen, weil sie mich ins Lobetal entführen 
Lächle dein Segenslächeln, weil es mich zum Fliegen bringt 
Lass mich die kleine Träne abwischen mit der Zungenspitze, spürst du den Trost 
Lass mich deine Fingerspitzen im Flug tupfend berühren 
Ach wir träumen nicht 
Gibt es eine Kühlung für diese Liebe 

Nur die Verschmelzung, kühllos, hart, trocken, konkurrenzlos, politisch, parteiübergreifend, innerlich, phantastisch, sockenverwandelnd, taufrisch, grützeschlürfend, sextettisch, psalmodierend, kaukasisch kreidefressend vielleicht, Kuckucksei leckend, Psalter und Harfe klimpernd, Pratergänse am Schwanz packend, süße Trommeln schlagend, Hosenmatz auspustend, Nagelfeilenfolien faltend, zitternd wegen der Genusssucht, hübsch fliegend auf dem Boden bleibend, schlagend arbeiten ohne kaum den Finger zu rühren, Petrarca zitierend ohne ihn zu kennen, Silben singend, wenn der Strumpf in die Höhe fliegt, Momentaufnahmen liegen lassen, Stille blasen und fächeln, Kartenhäuser stehen lassen für die Ewigkeit, Fass ganz offen

Donnerstag, 11. April 2013

Schonfrist

Zweimal schon gelyncht worden fast
Hunger gelitten schon sehr oft
Habemus Papam woanders

Mittwoch, 10. April 2013

Huflattich

Das Summen der Bienen - hören wir? 
Die Nächte ohne Schlaf -  sind ein Gewinn? 
Kalabrien - sagt uns das was? 
Bananen mit bunten Etiketten - 

ach, alles Scheiße. Worte suchen, alles Scheiße. Worte finden! Plappern wie die Kinder! Auf Sinn vertrauen, dass irgendwas immer ist. Keine Angst vor dem Bösen! Immer einfach sprudeln lassen. Sprudeln ist viel besser als grübeln. Immer einfach laufen lassen. Die Fülle zelebrieren, nicht die Magerkeit. Das Üppige feiern, nicht das Dürftige. Die pralle Lebenswucht mitmachen, nicht das hagere Aussortieren. Das warme Laufenlassen ist besser als das armselige Zurückhalten. Das Leben ist die Fülle.

So. Und wenn der Brunnen versiegt, die Zweifel kommen, das Weniger-ist-besser überzeugt? Das Wegnehmen aller Fülle die Existenz entzieht? 

Hören auf die innere Stimme. 

Und wenn nichts zu hören ist? 

Warten. 

Lampen brennen nicht immer. 
Meist brennen sie nur im Dunkeln. 
Sie weisen den Weg. 
Sie müssen eingeschaltet werden. 
Man muss sie wollen. 
Man muss an ihr Licht glauben. 
Sie lassen klarer sehen. 
Die Wahrheit ist überraschend einfach. 
Und manchmal erschreckend schön. 
Das Herz atmet erleichtert auf. 
Ein Lächeln der Entspannung legt sich in die Züge. 
Begütigende Gesten. 
Wenn man küssen kann, tut man es. 
Die Freude über strahlende Augen ist übermächtig. 
Lippen, die auf Berührung warten, sind wie frisch aufgelegtes Feuerholz. 
Hochzeitsbilder - ach nein. 
Wahre Sätze dagegen wie Rutschbahnen ins Glück. 
Liebe, so einem Wort gegenüber rasende Zustimmung. 
Liebe Liebe Liebe, wenn sie es unverstellt ist. 
Dann mag sie alles entzünden, ein solcher Weltbrand wäre nur Glück. 
Nichts zerstört, nur reines Licht. 
Worte dafür zu finden wäre wohl töricht. 
Sie sprudelten oder eben nicht. 
Auch Gott zu beschwören wäre sehr dumm, ist er doch selbst dieser Krawumm. 
Und Huflattich? Tollkühn und jung.

Dienstag, 9. April 2013

Hasenscharte

Jetzt hör doch mal auf, das ist doch ganz fürchterlich, über so etwas redet man doch nicht, man nennt es auch schon lange nicht mehr so, Hasenscharte. Jetzt reiss dich doch mal ein bisschen am Riemen! 

Häschenscharte


Nein, du Idiot, das wird ja immer schlimmer. Man sagt das einfach nicht mehr. Man sagt Lippenkiefer-Gaumenspalte. 


Lippenkiefer-Gaumenspalte. Das ist mir zu lang und außerdem entsetzlich hässlich. 

Warum muss man etwas verdecken!? Was will man damit bezwecken? Dass man die Hasenscharte nicht mehr sieht?  Die wird dadurch noch viel dramatischer, doppelt so groß und enigmatischer. Hasenscharten mag ich sehr, fällt zu lieben mir nicht schwer, wenn ein Habermas sie trägt, sie für Geist-Noblesse steht, hat ein Altmeier sie auch, denkt man mehr an seinen Bauch. 
Hasenscharte hin oder her: Kommt der Mensch, wird sie zur Mär

Samstag, 6. April 2013

Bettlägerig

Kloake Karambolage Kotzbrühe
In einer klaren Sprache, immer erkannt und gefördert, nie verdruckst und verklemmt 
Immer offen und ehrlich, immer bei klarem Verstand 
In einer suchenden Sprache vielleicht auch, in einer... Immer allerdings abgehoben und nicht von dieser Welt 
Vielleicht manchmal ein wenig verschroben oder irgendwie...  Fordernd nie, auch nicht bestellt 
Lyrisch vielleicht, gehorsam immer, wenn auch nicht immer erhellt 
Im Glücksrausch selten, im Stocken...  Singen, lachen, schweigen, das gefällt 
Tanzen, Glieder strecken, Liebe spüren...  Held? 
Ach umarmen nur, Küsse senden, Schmerzen lindern...  aufgestellt 
Betten schütteln, Fenster öffnen, Scherze machen...  Tod: verprellt

Freitag, 5. April 2013

Nichts von Belang

Hockeyspieler schlagen mit ihren Schlägern manchmal daneben. Groningen begeht sein soundsovieltes Stadtjubiläum. Halberstadt auch... 

Ich bin ein armer Sucher nur, nicht von Belang.
Verschrecke mich und andere mit schwacher Wörter Klang. 
Zersäge sinnvolle Strukturen, zerstöre Heim und Reich 
und bin darüber unglücklich, arm, eine soziale Leich. 
Suche das Glück und die Erfüllung, Ruhm, Ehre, Anerkennung 
und bin doch angewidert nur allein durch diese Nennung. 
Komm mir wie Faust, der Sucher vor 
und bin genau derselbe Tor. 
Und dies dann auch noch zu bekennen 
ist wie den Selbstwert zu verbrennen. 
Wer soll denn je so etwas schätzen?! 
Man kann damit höchstens vergrätzen 
auch noch die letzten Sympathisanten 
unter den Freunden und Bekannten. 
Die Suche nach dem großen Glück 
bleibt so ein fades Trauerstück. 
Wen soll man anrufen, wen anflehen? 
Goethe bleibt vergangen stehen, 
winkt nochmal mahnend mit Faust, 
weiß, dass er woanders haust. 
Hier stehe ich und such im Dunkeln, 
wo alte Lieder matt nur funkeln. 
Das, was mich überwältigt, greift, 
mich in die Seligkeit verschleift, 
erkenn ich nicht, bleibt mir verborgen, 
erzählt mir kein vergnügtes Morgen. 
Ich möchte niemand mehr umarmen, 
geb ich doch Grund zum Herzerbarmen. 
Wo ist die Rettung in der Not, 
wer gibt mir solches süßes Brot, 
dass Hoffnung, Trost und Lebensspende 
endlich dem Jammern macht ein Ende? 
Doch habe ich es wirklich verdient, 
ist alles Vergehen wirklich gesühnt? 
Was macht mich glauben, dass am Ende 
sich eine schöne Lösung fände? 
Naiver Glauben schadet nur, 
Tod und Verderben lehrt Natur. 
Verwesungsduft zu lieben lernen, 
das scheint der Weg zu hohen Sternen. 
Das Glück zu lieben bettet sich 
fern hinter alles Rette-sich. 
Die Brust weitet sich nur dem Geneigten, 
dem sich die Höllengeister zeigten, 
der seine Liebe abgegeben 
als letzten Keim für neues Leben. 
Dann rollt vielleicht mit letzter Macht 
Gottes Gewalt in diesen Schacht, 
reisst alle Zweifel aus den Ankern, 
macht Springbrunnen aus trägen Tankern, 
zerreisst auch diese Wortgirlanden, 
die nicht zu Licht und zu ihr fanden. 
Solange haben wir Geduld 
und tragen weiterhin die Schuld.  

Donnerstag, 4. April 2013

Gratulation

Auf dem Parkdeck liegen zwei Katzen. 
Von vorneherein kann man nicht sagen, ob eine Geschichte gelingen wird oder nicht. 
Es kommt auf.. Pankratius formiert sich allenthalben. Syntax geordnet. Postanschrift genügt. Fotos beigelegt. Widerspruchsrechte. Hogwarts. Jonathan entgleist immer wieder. Foltert heraus. Post mortem simuliert. Honigbienen foltern auch. Kosmopolitische Scheinheiligkeit fordert zum Widerspruch auf. Käse schmilzt in der Sonne. Fragen Sie noch. Paparazzi am Strand. Fang den Hut. Oh so unbestimmt. Obligatorische Scheinmalerei. Immer in der Pfütze gespiegelt. Kontoabwesenheit gefordert. Gradeaus geguckt. Ob es so kommt, wie man es sich wünscht, bleibt dahingestellt. Casanova Respekt. Kataloge im Anschlag. Klaustrophobie immer wieder wie seinerseits in der Normandie. Hab acht, es wird spannend. CocaCola beschwippst nicht. Konnotationen in einer Weise, dass es richtig Spaß macht oder auch nicht. Übrigens bleibt der Specht manchmal kleben. Petitionen überlässt er der reinen Frau. Panta rhei. Immer in der Mitte muss er nachgeben. Praktisch immer. Peterchen hat nichts dagegen. Ponton. Pontifikalamt. Plastisch aus einer dummen Zufallsgeschichte. Kitzelt was? Krad. Sinniert und wieder verworfen. Hermann der Cherusker, fragt nach. Immer in einer Linie. Plustert sich auf bis zum Gehtnichtmehr. Ponto. Und dann ist Schluss.

Mittwoch, 3. April 2013

Gedicht zum Selbermachen

Sch Sch Sch
onne
eiße
S
W
Albat
agen
roß
H
oden
M
aden
L
                           

                                         ...........................plappern 
                                          ...........................klappern
                                          ...............................malen 
                                          ................................aalen

                                          ..............................Blasen 
                                           ..............................Basen
                                          .............................Konfetti 
                                           ........................Giacometti

                                          ...............................Falten 
                                           .................................Alten
                                           ................................Tussi 
                                          ................................Bussi

                                          ......................Teufelszeug 
                                          ................Heu selbst reuig
                                         .................schwadronieren 
                                          ....................psalmodieren

                                        ............................verlieren 
                                       .....................verschmieren
                                        ......................versemmeln 
.                                        .......................beömmeln

                                       .............................hacken 
                                       .............................packen
                                       ......................draufhauen 
                                       .........................aufbauen

                                       .......................Marmelade 
                                       ......................Schokolade
                                       ......................Kuckucksei 
                                       ........................Uhuschrei

                                       ......................komfortabel 
                                      .................Ohnsorg-Kabel
                                      ........................heidiwitzka 
                                     ........................feine Pizza

                                     .................Golden Earring 
                                     ..................ohne Pearcing
                                    .....................Stabat Mater 
                                     .................Krabbats Vater

                                    ..................Donnerlittchen 
                                    ...............Bonner Flittchen
                                     ...................Quasselbude 
                                    .....................Kassels Ude

                                     ...................Bonbonniere 
                                    .......................Gondoliere
                                 .................Rosa Praunheim 
                               ..............großer Schaumwein

                               .......................Goldner Löwe 
                               .....................Poltrer Schewe
                            ......................Parkplatzsünder 
                          ......................Park Bad Münder

                         ..........................Krokodilstränen 
                        .......................Rocco will gähnen
                        .............................Marketenderin  
                        .............................arge Tändlerin

                        ..............................Cosi fan tutte 
                        ......................Oh, sie kann Nutte
                       ..........................harmoniesüchtig 
                      ........................Arnd ist nie wichtig

                      ...................................Kolportage  
                    .................................hol die Asche 
                     ...................Tertium comparationis 
                    .....................Erdklumpen-Rohmist

                    ...........................Feldahornzweige 
                     ................schnell nen Korn, Heike
                   .............................Krumbierensalat 
                  ......................... und ihr im Spagat?

                  ........................Hornochsengesang 
                 .........................Schorndorfer Klang



Freitag, 15. März 2013

Glücklos und Losglück

Schimmelpfennig, kennen Sie? 
Ich nicht. 
Kenn gar niemand. Auch nicht mich. 
Kenn nur das Weiße. 
Blatt z.B. Und das Weiße am Himmel: Wolken. 
Oder das Weiße im Auge, beidseits der Pupille. 
Aber mich kenn ich nicht. Auch nicht Peter, den Freund. 
Ob er schon jemand umgebracht hat, ich weiß es nicht. 
Vielleicht. Ich glaube es zwar nicht, aber wer weiß? 
Ich vertraue ihm. Er hat klare Augen. Aber vielleicht ist er ein Schauspieler, ein guter. 
Oder der perfekte Lügner. Der mich durchschaut. 
Ich leide unter dem Nichtkennen. Ich möchte sicher sein, wer er ist, wer ich bin.  

Ich bin der, der hier entsteht, bin das nächste Wort, der nächste Satz, bin gestern nicht, nicht morgen, sondern jetzt. 
Im Werden bin ich, ein Wachstum ohne Ziel.  
Kartoffelsäcke sag ich gerne, Primeln auch und Pfeffersäcke.  
Quadratwurzeln, Scheuklappen, Fensterputzer, all das sage ich gerne. 
Auch Filzpantoffeln oder Kuckucksuhr. Meilensteine und auch -stiefel sag ich gerne.  
Omnipotenzkladderadatsch und Veilchenmonster
Und süße Schalmeien sag ich gerne oder Fassdauben.  
Plot, der, sag ich gerne, Viertel vor Acht.  
Kunstschnee sag ich gerne, Filtertüten und Klabautermann
Flocken aus Hirse sag ich gerne und Grundrechenarten.  
Fallingbostel auch und Pferdefleisch.  
Hustenbonbon sag ich gerne und Filibuster, das auch.  
Schneeglöckchen und Herbstzeitlose, wie auch Falter oder Königssee
Holzspielzeug sag ich gerne und Atompilz.  
Flutkatstrophe auch und Momentanunterbrechung
Flocken, Haarbüschel, Kokosraspel und Frauenmantel gefallen mir.  
Filibuster wieder (was ist das wohl?) und Schnittlauch.  
Hakenkreuze
                               gefällt mir? 

Donnerstag, 14. März 2013

Haushoch überlegen

So schön! So schön! So schön! 
Was normalerweise einfach schrecklich, hässlich, grauenhaft, jetzt ist es einfach großartig! Schön halt. 
Nur was?
Fehlt doch das Entscheidende: der Inhalt. Blumen beispielsweise sind schön, meistens. Irgendwann verwelken sie, dann sind sie nicht mehr schön. Das wäre dann der umgekehrte Verlauf, der normale sozusagen. Aber hier: erst hässlich, dann schön. Vorher - nachher. Schönheitsoperation vielleicht? Vorher hässlich, irgendwelche Macken im Gesicht, am Po oder  weiß der Himmel wo. Dann weggemacht und schön. Aber natürlich Zweifel ob dieser Art von Schönheit. Enthusiasmus, Ausrufe der Entzückung: Fehlanzeige. Man ist bestenfalls zufrieden, dass es einigermaßen geklappt hat. Man nicht schlimmer aussieht als vorher und man sich sehen lassen kann unter den Leuten. 
Inhalt Inhalt! Vielleicht ein Schmetterling, gestern noch Larve, verpuppt, heute fliegendes Wunder? Wobei die Hässlichkeit der Larve nun wieder angezweifelt werden kann. Ist eine Spinne hässlich? Oder der Tasmanische Teufel? Oder ein Krokodil? Das lassen wir mal offen. Zweifel sind jedenfalls angebracht, genauso wie bei der Schönheit im Chirurgiefall. 
Was also?! 
Seele?
Besser vielleicht: von seelenlos zu selig? 
Normalerweise fordert die Achtsamkeit eine sorgfältige Handhabung der Pfeile und des Bogens vom Jäger, will er etwas nach hause bringen. Seine Waffe, zum Töten gemacht, kann man in Museen bewundern, gehörige Zeit später. Seine Bewegungen, seine Schritte und 

... zerbrochene Gedanken, zerstückelt wie ein zerstörtes Mosaik. Wie panzerüberrollte Fluren, Geröllfelder der Ideen. Eine Wüste kahler Ideen. Hässliches Gewusel halbgarer Bilder. Schnittspuren gewalttätiger Gedankenblitze. Rostfarbene Haufen von ehemaligen Feinbildern. Schummrige Knäuel von Gewächs, Gestrüpp und Kanonenkugeln beispielsweise. Seelenlos also könnte man sagen, wäre nicht die Benennung schon fast selbst zuviel. Auferstehung also wäre nötig, das Einzige, was in so einer Situation noch hilft. Wär nicht alles dieses Sagen so unendlich geschmacklos und versaut. Hoffnungslos bis in die Puppen. Gnadenlos falsch und zum Kotzen. 


Resurrexit! Resurrexit!  

In diesem Augenblick? Warum? Aber es zwitschert wie eine ungeheure Vogelschar. Fliegt auf wie ein soeben aufgebrochener Bienenschwarm. Jauchzt ein bisschen zusammen mit der Missa, kugelt sich als Lachmonster ein paar Sekunden und plustert sich dann auf wie ein roter Ballon. Auferstanden? Wer was wo? Die Seele natürlich, sie lacht, als ob´s ein Scherz gewesen wäre, als ob das Elend nicht gegolten hätte. Faustdick hinter den Ohren, das Biest. Wohin wohin? Nach draußen, in die Weite des Himmels? In die Herzen der Menschen, in die Grauzonen des Elends? Da fliegst du wie ein Schmetterlingsadler frohgemut? Wie eine schneeweiße Taube, die noch ruft: ist alles nicht so wild? Du maßt dich an, alle zu umarmen? Zu liebkosen, zu befreien? Lachst darob nur, als ob es nichts wär? Singst ein fröhliches Lied, als ob fröhliche-Lieder-singen der Grundkurs der Existenz sei? Verzweifelst nicht, an nichts, überhaupt nicht? Hörst kaum zu vor hellichtem Lachen? Oh Seele, du Wunderbringerin, Hüterin des verborgenen Glücks. Quadrate, Kreise, Oktogone schneidest in den Himmel mit deiner Verzückungssymphonie. Befruchtest ganze Völker mit deiner Hokuspokusphantasie. Und sagst, ist der reinste Zauber mit Ewigkeitsgarantie? Ach komm, du Angeberin der allerschönsten Art! Bist unbescheiden, kommst du erst in Fahrt. Hollerdiho singst du wie weiland die Burschen. 
Dann nimm mich mit, will dir gehorchen! 

Mittwoch, 13. März 2013

Der Zu-steller

Frösche quaken. Das wissen wir alle. 
Und Schriftsteller? Sie quaken auf ihre Weise. 
Immer im Frühjahr, im späteren allerdings, beginnen eines schönen Tages die Frösche zu quaken. Am Teich des Nachbarn z.B.. Irgendwann ist es so weit. Und dann kommt es über einige Wochen in Wellen, manchmal alle paar Minuten. Einer beginnt und dann quaken sie alle. Das kann man schön finden. Manchmal aber auch störend, weil sie nämlich keine Sperrstunde kennen, die Frösche. Sie können auch mitten in der Nacht anfangen, wenn einem von ihnen danach ist. Und dann möchte man Ruhe!! aus dem Fenster schreien, ihr Idioten!!! Und das Gequake kommt einem dann sowas von belämmert, unmusikalisch, durch und durch borniert vor. Das armselige Gebalze einer primitiven Kreatur! Wie kann ein Froschweibchen nur auf sowas anspringen! Denn es ist ja wohl Gebalze. 
Zurück zum Schriftsteller... 
Na gut.

Aber ist es denn schlimm, verwerflich, das Balzen, selbst bis ins hohe Alter? 

Das Balzen der Vielen vielleicht. 
Andererseits, welcher Gott sollte sich denn die Ohren zuhalten und Aufhören!! schreien und es dennoch nicht verhindern können und sich stattdessen Ohropax in die Ohren stopfen? 
Wir wissen es nicht. Eine sehr gute Möglichkeit haben wir jedoch als Menschen: die Frösche leiden vermutlich am allerwenigsten unter dem Gequake ihrer Genossen, sie quaken einfach um die Wette. Lasst uns also mitquaken! Und vielleicht findet sich ja irgendwo eine Adressatin oder ein Adressat, der gerne zuhört: dem EINZIGEN, dem, der alle anderen in seinem Gequake übertrifft und dem ihre/seine Liebe gilt,  
weil er das allerschönste aller Gequakes von sich gibt! 
Oder weil er sich traut, überhaupt mitzuquaken! 
Oder weil zwar alle quaken, er aber als einziger von echter Liebe quakt, er als einziger wirklich vertrauenswürdig ist! 
Oder vielleicht die meisten vertrauenswürdig sind, er aber die Fähigkeit hat, das anzuerkennen und sich bescheiden einzureihen, während alle anderen nur immer lauter zu quaken versuchen! 
Oder eben sie sein Gequake, wenn man nur genau hinhört oder überhaupt die Fähigkeit besitzt, genau hinzuhören, als wahre Lyrik himmlisch findet, geradewegs der Schlüssel zum Paradies!
Oder weil sie erkennt, dass es keineswegs der Schlüssel ist, sondern die Blüte, die weit und tief im Paradies schon blüht! Von erst-noch-Betreten des Paradieses gar nicht die Rede sein kann! 
Oder weil sie erkennt, dass zwar alle Frösche quaken, und es nichts weiter ist als quaken, aber eben dieses Quaken alles Fressen, alles Jagen, alles sonstige Froschgetue bei weitem übersteigt!
Oder weil sie einsieht, dass es ohne Quaken nun mal nicht geht. Sie einfach nicht ihren Partner findet. 
Und so weiter

Dienstag, 12. März 2013

Warum eigentlich immer ein Titel?

                                            Warum eigentlich immer die Form? 
                                     Warum immer die Norm? 
                                     Warum immer konform? 
                                     Immer in Form? 

                                     Immer aufrecht, mit eingezogenem Bauch? 
                                     Mal hängenlassen tut es doch auch. 
                                     Mal Fünfe grad sein lassen und faul rumschnarchen. 
                                     Mal nicht immer nur Arschbacken zusammenkneifen. 
                                     Immer nur Melodien pfeifen. 

                                     Auch mal furzen und in der Nase bohren. 
                                     Oder einfach nur im Grase ...
                                     Jetzt also fehlt der Reim, 
                                     des Dichters heimeliges Heim. 

                                     Und auch das Metrum ist perdu 
                                     als ob es nur noch kalte Brüh´  ...sei. 
                                     Wir lassen allen falschen Halt, 
                                      verlieren völlig die Gewalt. 

                                      Freun uns noch über letzte Krümel 
                                      im Worte-Chaos und -Getümmel. 
                                      Doch wenn auch dieser Halt bald fort, 
                                      gibts keinen letzten Halteort. 

                                      Dann segeln wir wie Abgussscheiße 
                                      auf eine elendige Reise. 
                                      Wir haben nichts, was uns noch tröstet, 
                                      keine Struktur, die irgendwie ... 

                                      Dann sind wir nichts mehr, ausgeworfen, 
                                      ohne Bewusstsein... 
                                      dann rufen wir noch mal zu Gott, 
                                      doch Gott ist tott, der Gott ist tot. 

                                      Erhöre unser Flehen, Sehnen, wir sind...
                                      Licht gibts noch, eine Melodie? 
                                      Oder nur noch Kakophonie? 

                                      Da war grad eben noch ein Reim, 
                                      aber nur Schleim. ... 

                                      Eine Taube --- kreist 

Absturzmelder 
Coriolanouvertüre 
Posttraumatische Verhältnisse 
Pleistozän 
Normalverteilung 
Habib 
Pfungstadt
Käseglocke 
Grundrechenarten 
Post Post
Grand Maleur wie dermaleinst 
Sole mio 
Flatterhymnus 
Koschere Mahlzeiten 
Ordonnanzen und Kautschuk
Gustav Flaubert 
Groterjahn konnt manches singen. 
Grasbüschel im Haar 
Contergan im Aufwind 
Fabulierkunst so wohlan 
Im Aufguss verdroschen 
Ohne mich 
Computeranimationen am Laufband 
Pratergeräusche im Ohr 
Fulgurit faucht wellenartig dazwischen. 
Fasergenau 
Konische Schrauben halten wie im Wind. 
Fasergenau 
Knöllchen hats gegeben. 
Bleib treu! 
Noggerln aus Salzburg  
Bloß keine Hemmungen! 
Noggerln nochmal, so süße Mäuschen 
Falsche Fährte im Grauen 
Kronprinzengemahl, ganz phantastisch 
Oh Schweizergarde, wie gelassen 
Fehlt etwas in der Talsohle, wo wundersam die Recken turnen? 
Oder nebenan, wenn Geräusche wehen herüber? 
Brotzeit in der Ferne packt alle an. 
Der fantastische Berufszweig mogelt dazwischen. 
Im Gehörgang faselt er noch. 
Er jodelt wie seinerzeit Fischer. 
Potzblitzzapperment! 
Bleckende Zähne verrauschen irgendwohin. 
Sind sie tot? 
Geradeaus raucht der Suppentopf grün und die Feldahornspitze resümiert. 
Und alles rauscht wie kohlgrünes Palaver. 
In der Einheit sind wir alle gleich. 
Im Rücken das Gesumse der Millionen. 
Und wo gehts nach draußen? 
Wir sind es schon. 
Bakelit unter den Füßen. 
Kormorane hoch, weit in den Lüften. 
Falschmeldungen sind wie weggeblasen. 
Notdürftig zusammengehalten durch Sinn. 
Und das Gras wächst immer weiter forsch und wachstumsgeil. 
Foothämmer sagen wir noch wie selbstverständlich, ausgreifend und harmlos verrückt. 
Total genial wird einer sagen, und es ist egal. 
Vormals entrückt und heute Sagen. 
Verliebt bis in die Ohrenspitz. 
Nestwärme im Apokalyptischen, Fallstricke allüberall. 
Soweit sogut.

Montag, 11. März 2013

Über das Neue

DAS ist der Augenblick, in dem die Welt ensteht. 
Ist alles neu. 
Bedient sich zwar der deutschen Sprache, verwendet ihre Grammatik, ihre Worte, aber setzt sie neu zusammen. 
Oder verwendet sie auch nicht, wenn sie dennoch verstanden wird. 
Neu wie alles. 
Alles ist neu. 
Der Kuss ist neu, wenn die Zunge in den Mund des Geliebten dringt. 
Der Blick ist neu, der die zwei fremden Augen trifft. 
Der Windhauch ist es, der soeben leicht sein Fächeln gibt. 
Der Strahl des Mondlichts ist es, weil er Licht ist. 
Licht ist immer neu, brandet auf die Netzhaut: Elektronenstrom. Brandungen gleich an der Küste. 
Der Stein ist neu, obgleich uralt, seit Milliarden Jahren, täglich, stündlich, sekündlich neu. Seine Atome so schnell wie die Temperatur es vorgibt und das Licht, das auf ihn trifft oder abwesend ist im Innern.
Das Reptil ist neu, wie es im Wasser harrt und plötzlich zuschnappt, wenn die Beute lockt. 
Die Pyramiden sind neu, wie der Wüstensand ihre Haut abschmirgelt und der Besucher sie abschleift. 

Die Zukunft ist nicht neu. Denn es gibt sie nicht. Sie ist eine Idee in unserm Kopf und tendiert als solche zur Starrheit. 

Ebenso wie die Vergangenheit. Auch sie existiert nicht, nur als Gedanke in der Gegenwart. Aber über die Gegenwart lässt sich nichts sagen, denn sie ist nur ein Punkt. Und ein Punkt hat keine Ausdehnung, keine existenzielle Dimension. 
Diese Gedanken sind nicht neu, schon von Augustinus gedacht. 

Das Neue ist der nächste Buchstabe, das nächste Wort, das wir aussprechen, gestalten, wie wir es wollen. Wir können es zu Gutem führen oder zu Schlechtem. 

Zu Reichtum oder zu Armut. 
Zu Glück oder zu Unglück. 
Zu Liebe oder zu Hass. 
Zu Erfüllung oder zu Leere. 
Zu Entfaltung oder zu Einfaltung. 
Zu Blüte oder zu Tod. 
Wir haben es in unserer Hand. 

Und Gott? 


Ist wie die Gegenwart. Es lässt sich nichts über ihn sagen.




Freitag, 8. März 2013

Seelenruhe

Vorab Folgendes: Nomenklatura heißen so, weil... Abbruch. 

Man muss nicht alles wissen. Wissen ist Macht, heißt es. Und das stimmt. Nur welches Wissen?! 

Das einzige Wissen, das uns wirklich hilft, ist jenes um die Liebe. Was ist sie, wo finden wir sie, wie kommt sie zu uns? 
Was also ist die Liebe? Ist sie Gott? Gott ist die Liebe, schreibt Benedikt, jetzt emeritus. Ist also die Suche nach der Liebe die Suche nach Gott? Dann fänd sie jener nie, der nicht an Gott glaubt. Der Buddhist z.B. fände sie nie, denn für ihn gibt es keinen Gott, nur verwirklichte Menschen. Ver"göttlich"te vielleicht. 
Und schon sind wir auf dem Feld der Theologie. Und die Theologie sei das Stolzieren vor der verborgenen Majestät, der Widerspruch gegen den Selbstentzug der Gottheit   (lässt Sibylle Lewitscharoff den Philosophen Blumenberg in ihrem gleichnamigen Roman sagen). Schon wären wir auf einem zweifelhaften Pfad. Wo also ist der rechte Pfad?
Ich weiß es nicht. Alles Wissen, alle Weisheit endet vor der Majestät der Gottheit. Sie anzurufen, ausgestreckt im Sand liegend, ist alles, was dem Menschen bleibt. 
Erhöre mein Gebet, lass ein einziges Wort mich hören, das wahr und unumstößlich ist, das uns Halt gibt und uns beglückt, das unsrer Sehnsucht nach Erfüllung genügt. Sprich nur ein Wort und meine Seele wird gesund

Oh ja, der Selbstentzug der Gottheit ist komplett, sie lässt sich nicht beschwören einfach, locken wie ein Tier. Sie ist absolut getrennt, getrennt von uns. Und keine noch so flehentliche Bitte macht sie geneigt. Sie ist vollkommen souverän. Getrennt von uns, in absoluter Freiheit. Und doch ersehnen wir, bedürfen wir genau ein Solches. Und rufen deshalb immer weiter nach solchem Beistand. 


Oder verzichten gänzlich drauf, weil, so getrennt, der Spekulation nur Tür und Tor geöffnet ist. Wir haben unsern menschlichen Verstand und der ist mächtig und in der Lage, uns unser Leben einzurichten, so, dass es lebenswert ist. Wir können auf die Transzendenz verzichten!


So?


Ich will nicht drauf verzichten. Ich will alles. Will das absolute Leben, will die vollkommene Glückseligkeit, will die Aufgehobenheit im vollkommenen Glück, will mich nicht mit Geringerem begnügen. Ich will keine Kompromisse, was das gelungene Leben angeht. Ich will ein vollkommen gelungenes Menschenleben führen, wohl wissend, dass es immer wieder hapert. Es ist der Hunger nach dem vollkommenen Glück, der mir als Menschen eingeschrieben ist. Und das ist gut so, nicht Genügsamkeit in letzten Dingen. So wird die Schöpfung nur vollendet: Ausgangspunkt alles, Endpunkt alles. Doch wie, wenn sich die Gottheit selbst entzieht? 


Die Gottheit meidet das Geschwafel, die Welt, das immer Werden. Die Gottheit ist, nichts weiter. Sie spielt vollkommen seinsvergessen mit sich selbst. Sie liebt. Wen, was, das fragt sie nicht. Sie ist die Fülle, ohne Grenzen, ohne Zukunft, ohne Ziel. Sie ist die Wahrheit ohne Fragen, was Wahrheit sei. Sie ist der Reichtum, ohne Halten, ein Apfelbaum in Blüte, so. Oder Pusteblume. Hingabe ist ihr Besitz. 

Und ist am Ende nichts mehr, dann ist sie ganz bei sich.